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News29. September 2026

Bentley Torcal: Bentleys erster Elektro-Bentley

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Nach 107 Jahren mit ausschließlich Verbrennungs- und Hybridantrieben bringt Crewe sein erstes rein elektrisches Modell an den Start

Bentley Torcal: Der stärkste Bentley aller Zeiten fährt elektrisch

Nach 107 Jahren ohne reines Elektroauto enthüllt Bentley in London den Torcal: ein SUV unterhalb des Bentayga mit bis zu 888 PS, 1.350 Nm und 600 km Reichweite – samt V8-Herzschlag, eingespielt von echten Musikern.

Bentley hat in London den Torcal enthüllt – die vierte Baureihe neben Continental GT, Flying Spur und Bentayga und der erste rein elektrische Bentley in der 107-jährigen Firmengeschichte. Der Name stammt von der Felsformation El Torcal de Antequera in Andalusien und vom lateinischen „torquere" für „drehen", dem Ursprung des Wortes „Torque". Passend dazu: 1.350 Nm hat noch kein Bentley auf die Straße gebracht.

888 PS – aber bitte gemütlich

Zwei permanenterregte Synchronmotoren treiben alle vier Räder an. Der Torcal startet mit 821 PS (604 kW) und 1.194 Nm, das reicht für 0–100 km/h in 3,4 Sekunden und 250 km/h Spitze. Der Torcal S legt nach: 888 PS (653 kW) und 1.350 Nm bei aktiver Launch Control, 0–100 km/h in 2,9 Sekunden, Vmax 260 km/h. Beides sind Bestwerte für einen Serien-Bentley. Bemerkenswert ist die Begründung fürs Ende der Fahnenstange: Mehr Beschleunigung empfinde die Mehrheit der Kunden laut Bentley als unangenehm, also hat man sie bewusst nicht gebaut. Eine Ansage, die man in dieser Leistungsklasse selten hört.

Fahrwerk: aktiv statt Stabilisator

Erstmals bei Bentley kommt ein vollaktives Fahrwerk zum Einsatz: Jeder Dämpfer lässt sich einzeln und blitzschnell heben oder senken, Wankstabilisatoren gibt es dadurch nicht mehr – die Dämpfer übernehmen deren Job. Serienmäßig an Bord ist außerdem eine Allradlenkung mit bis zu fünf Grad Einschlag an der Hinterachse, der Wendekreis schrumpft auf 11,1 Meter. Gebremst wird mit 420-mm-Eisenscheiben vorn (hinten 370 mm), optional mit Carbon-Keramik und 440/410 mm.

113 kWh, 800 Volt, 400 kW

Der Akku speichert netto 113 kWh (192 Pouch-Zellen, 800 Volt) und schafft nach WLTP bis zu 600 km. Bei bis zu 400 kW Ladeleistung sollen von 10 auf 80 Prozent in rund 16 Minuten nachgeladen sein, nach sieben Minuten stecken wieder rund 160 km Reichweite im Akku. Auf die Batterie gibt Bentley zehn Jahre beziehungsweise 100.000 Meilen (rund 161.000 km) Garantie. Die Plattform teilt sich der Torcal mit dem neuen Porsche Cayenne Electric – Bentley betont aber eigene Schwerpunkte bei Fahrwerk, Abstimmung und Innenraum.

Design und Innenraum

Optisch gibt sich der Torcal betont Bentley: lange Motorhaube, kurze Überhänge, ein beleuchteter Diamant-Grill mit Anleihen am Continental T. Mit knapp fünf Metern Länge ist er der kürzeste Viertürer der Marke, bietet aber 460 Liter Kofferraum plus 90 Liter Stauraum unter der Fronthaube. Innen gibt es erstmals ein Bentley-Textil aus 100 Prozent Merinowolle, entwickelt mit dem britischen Weber Fox Brothers und nach dem Responsible Wool Standard zertifiziert. Dazu kommt das neue Furnier „Ombré Walnut" aus bis zu 1.000 Lagen Walnussresten und Recyclingpapier. Herzstück des Cockpits sind gebogene OLED-Displays und ein AR-Head-up-Display – für Klima und Fahrfunktionen gibt es zum Glück weiterhin physische Tasten in Mittelkonsole und Lenkrad.

Der V8 kommt aus dem Orchester

Weil ein Elektromotor wenig hergibt, hat Bentley Musiker verpflichtet: Mit Schlagzeug, Bratsche und E-Bass wurde die „Bentley Dynamic Symphony" eingespielt, deren Rhythmus dem klassischen 6¾-Liter-V8 nachempfunden ist. Der Klang reagiert auf Drehmoment und Tempo, wird im Sport-Modus lauter und lässt sich komplett abschalten. Der Blinker klingt übrigens nach einem Hammer auf Leder, der Bestätigungston des Touchscreens nach einem Kristallglas.

Einordnung

Bentleys Timing wirkt gewagt: Während manche Luxushersteller ihre Elektro-Pläne gerade eher strecken als beschleunigen, bringt Crewe sein erstes reines Elektroauto jetzt auf den Markt – zu Preisen, die laut Hersteller am unteren Ende der Bentley-Preisliste ansetzen, um genau diese Käuferschicht abzuholen. Ob betuchte Kundschaft, die bislang für den Sound eines W12 gezahlt hat, sich mit einem künstlich eingespielten V8-Brummen zufriedengibt, wird sich erst in den Auslieferungszahlen zeigen

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