
2026 · Mitsubishi
Mitsubishi Grandis Intense
Ab € 24.090
Technische Daten
- Motor
- 1,3-Liter-Turbobenziner
- Leistung
- 140 PS
- Drehmoment
- 260 Nm
- Getriebe
- 6-Gang-Schaltgetriebe
- Antrieb
- Vorderradantrieb
- Höchstgeschw.
- 180 km/h
- Verbrauch
- 5,9 l/100 km
drivereport SCORE
Unser objektives 5-Säulen-Bewertungssystem
Gesamt-Bewertung
Fahren
25% Gewichtung
7,4
von 10
Alltag
25% Gewichtung
7,8
von 10
Technik
20% Gewichtung
7,5
von 10
Wert
20% Gewichtung
7,0
von 10
Charakter
10% Gewichtung
6,7
von 10
Der drivereport SCORE basiert auf unserem objektiven 5-Säulen-System. Erfahren Sie mehr über den drivereport SCORE.
Vorteile
- Echte, physische Tasten statt Touchflächen am Lenkrad
- Für die Klasse großzügiger Kofferraum
- Noch mit klassischem Schaltgetriebe erhältlich
Nachteile
- Motorenauswahl nicht gerade groß
- Wenig eigenständiger Charakter – unter der Haube und im Innenraum bleibt der Renault deutlich erkennbar
Einleitung
Mitsubishi kehrt mit dem Grandis in ein Segment zurück, das die Marke lange gemieden hat – und tut das auf pragmatische Weise: Der neue Grandis ist technisch eng mit dem Renault Symbioz verwandt und teilt sich mit ihm die CMF-B-Plattform aus der Renault-Nissan-Allianz, gebaut im spanischen Valladolid. Das ist kein Geheimnis, sondern von Mitsubishi selbst so kommuniziert – und angesichts der soliden Basis auch kein Nachteil. Unser Testwagen in der Ausstattungslinie Intense mit dem 1.3-Liter-Mild-Hybrid-Motor und 6-Gang-Schaltgetriebe startet bei 29.990 Euro. In der Sonderfarbe Sunrise Rot, die mit Aufpreis zu Buche schlägt, kommt unser Testwagen auf 30.840 Euro. Ob sich der Aufpreis gegenüber dem französischen Zwillingsbruder lohnt, klärt dieser Test.
Design und Verarbeitung
Der Grandis unterscheidet sich optisch vom Symbioz vor allem durch die Mitsubishi-typischen Designelemente: das markante Dynamic Shield an der Front und das Sculptural-Hexagon-Heckdesign, das ihn klar als Teil der Modellfamilie erkennbar macht. In Sunrise Rot wirkt er selbstbewusst, ohne aufdringlich zu sein. Im Innenraum ist die Verarbeitung ordentlich – nichts wirkt hier lieblos zusammengesteckt, die Materialien fühlen sich für die Preisklasse solide an. Wer allerdings genauer hinschaut, merkt schnell: Das Cockpit, die Bedienlogik, das grundsätzliche Raumgefühl – all das ist erkennbar französischen Ursprungs. Der Grandis trägt japanisches Blech, aber unter der Haube und im Innenraum steckt Renault. Für eine Marke, die einst mit dem Lancer Evolution und dem originalen Grandis eigenständige Fahrzeuge gebaut hat, ist das ein spürbarer Verlust an Charakter – der Wagen fährt und wirkt weniger wie ein eigenständiger Japaner, sondern wie eine geschickt umgelabelte Variante seines französischen Zwillings.
Antrieb und Fahrverhalten
Der 1,3-Liter-Turbobenziner leistet 140 PS und 260 Nm, unterstützt von einem 48-Volt-Mildhybridsystem mit riemengetriebenem Startergenerator. Dass es den Grandis überhaupt noch mit klassischem Schaltgetriebe gibt, ist in diesem Segment mittlerweile eine echte Seltenheit – und ein Pluspunkt für alle, die selbst schalten wollen. Das Fahrgefühl ist insgesamt angenehm und alltagstauglich, mit einem direkten Ansprechverhalten des Gaspedals. Das Mildhybridsystem unterstützt beim Anfahren und Beschleunigen unauffällig im Hintergrund, ohne das gewohnte Fahrerlebnis zu verändern.
Innenraum und Infotainment
Hier zeigt der Grandis eine der angenehmsten Überraschungen des Tests: Statt fehleranfälliger Touchflächen setzt Mitsubishi am Multifunktionslenkrad auf klassische, echte Tasten – eine Entscheidung, die im Alltag spürbar praktischer ist als die kapazitiven Bedienfelder vieler Mitbewerber. Auch beim Kofferraum überzeugt der Grandis für seine Klasse: Je nach Position der um 16 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank fasst er zwischen 492 und 624 Liter, umgeklappt wächst das Volumen dank doppeltem Ladeboden auf bis zu 1.682 Liter. Für ein kompaktes SUV ist das ein überdurchschnittlich großzügiges Angebot. Das Infotainmentsystem ist klar strukturiert und funktioniert im Alltag ohne größere Umgewöhnung.
Effizienz
Mit einem WLTP-Verbrauch von 5,9 Litern auf 100 Kilometern und CO2-Emissionen von 134 g/km bewegt sich der Grandis Mild-Hybrid im für diese Klasse üblichen Rahmen. Das 48-Volt-System trägt durch Energierückgewinnung beim Bremsen und Drehmomentunterstützung zu einem vernünftigen Verbrauchsniveau bei, ohne die Fahrfreude zu beeinträchtigen.
Assistenz und Sicherheit
Der Grandis bringt ein zeitgemäßes Assistenzpaket mit, das im Alltag zuverlässig arbeitet. Nichts Herausragendes, aber auch nichts, was in dieser Preisklasse fehlen würde.
Fazit
Der Mitsubishi Grandis Intense 1.3 Mild-Hybrid ist ein sympathisches Wiedersehen mit einer Marke, die sich in diesem Segment lange rar gemacht hat. Echte Tasten statt Touchflächen, ein für die Klasse großzügiger Kofferraum und die seltene Option auf ein Schaltgetriebe sind echte Argumente. Der Preis von 30.840 Euro für unseren Testwagen mit Handschaltung ist dabei kein Schnäppchen – wer selbst schaltet, zahlt hier keinen Rabatt gegenüber der Komfort-Alternative. Und wer von einem Mitsubishi ein eigenständiges Fahrerlebnis erwartet, wird merken, dass der Grandis diesen Anspruch nicht ganz einlöst – zu deutlich schimmert der Renault unter der Oberfläche durch. Wer diese Punkte einkalkuliert, bekommt mit dem Grandis dennoch einen praktischen, gut nutzbaren Kompakt-SUV mit einer soliden technischen Basis.
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