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Bildschirme bis zur Decke!
NewsElektro05. März 2026

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Bildschirme bis zur Decke: VWs China-Koloss denkt Cockpit neu!

Bildschirme bis zur Decke: VWs China-Koloss denkt Cockpit neu

Sechs Meter fast, zwei Motoren, 21 Zoll Unterhaltung im Fond – mit dem ID. Era 9X baut Volkswagen ein Auto, das in Europa niemand kennen würde, und das so vielleicht auch niemand haben wollte.

Ralf Brandstätter hat das Problem einmal sehr direkt beschrieben. Der VW-Chef in China sagte vergangenes Jahr sinngemäß: Europäer vermissen Knöpfe. Chinesische Kunden vermissen sie kein bisschen. Was sie wollen, ist KI, Vernetzung und ein Cockpit, das nach Zukunft aussieht – nicht nach Baujahr 2019.

Der ID. Era 9X ist die konsequente Antwort darauf.

Das neue Flaggschiff-SUV von SAIC Volkswagen ist ein Fahrzeug, das man beim ersten Blick in den Innenraum nicht zwingend als Volkswagen erkennt. Das VW-Emblem sitzt zwar an gewohnter Stelle, aber der Rest des Cockpits folgt einer anderen Logik: wenig Tasten, viel Glas, viel Licht. Ein Dual-Display mit zweimal 15,6 Zoll dominiert die Front. Dahinter beginnt, was VW selbst als „deutschen Charakter mit östlichem Charme" bezeichnet – wobei man sich fragen darf, was davon überwiegt.

Ein Fond wie ein kleines Kino

Für die Passagiere auf den Captain's Chairs der zweiten Reihe klappt ein 21,4-Zoll-Bildschirm aus der Decke – ein Konzept, das BMW beim 7er bereits erprobt hat, und das augenscheinlich Schule macht. Hinzu kommen Türprojektoren, die Multimediainhalte direkt auf die Innenverkleidung werfen. Das klassische Instrumentendisplay entfällt; ein Head-up-Display übernimmt – wenngleich es neben den übrigen Bildschirmflächen eher wie ein Fußnotenhinweis wirkt.

12,8 Meter Lichtband zieht sich durch den Innenraum, rahmt ein Panoramadach ein, läuft durch den Dachhimmel. Der Boden ist komplett flach, wie es sich für ein Elektrofahrzeug gehört.

Strom mit Benzin-Rückhalt

Genau hier liegt die technische Besonderheit des Era 9X: Es ist das erste Serienmodell der Marke VW mit einem Range-Extender. Ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo aus der bewährten EA211-Familie mit 104 kW fungiert als Generator – er lädt die Batterie, treibt die Räder aber nicht direkt an. VW betont, der Motor arbeite durchgehend mit dem sogenannten Lambda-1-Prinzip: Luft und Kraftstoff verbrennen im idealen Verhältnis, was Effizienz maximiert und Emissionen reduziert. Mazda verfolgt mit dem kommenden Skyactiv-Z einen ähnlichen Ansatz; auch Porsches T-Hybrid-System ist darauf ausgelegt. Die Batterie fasst je nach Ausstattung 51,1 oder 65,2 kWh – Letzteres ist bei der Allradversion serienmäßig und soll nach chinesischem CLTC-Zyklus rund 400 Kilometer rein elektrische Reichweite ermöglichen. Den Allradantrieb übernehmen zwei Motoren.

Ausmaße, die erklären, warum es kein Europäer-Modell ist

Mit 5,2 Metern Länge, knapp zwei Metern Breite und einem Radstand von gut drei Metern ist der Era 9X ein echter Brocken – die Allrad-Topversion kommt auf bis zu 2.700 Kilogramm. Neue Außenfarben wie Fairy Green oder Desert Gold deuten an, für wen dieses Auto entworfen wurde. Der Era 9X zeigt, wie weit sich Volkswagen regional ausdifferenziert hat. Was in Wolfsburg als Exzess gälte, ist in Shanghai Erwartungshaltung.

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