
Range Rover GT: Wenn ein SUV-Hersteller einen Gran Turismo baut
Range Rover wagt sich aus dem gewohnten Terrain – und präsentiert mit dem GT sein erstes Modell jenseits des SUV-Formats. Der Elektro-Reisewagen soll Langstreckenkomfort mit Geländetauglichkeit verbinden.
Range Rover wagt sich aus dem gewohnten Terrain – und präsentiert mit dem GT sein erstes Modell jenseits des SUV-Formats. Der Elektro-Reisewagen soll Langstreckenkomfort mit Geländetauglichkeit verbinden.
Wer an Range Rover denkt, denkt an hochbeinige SUVs, Landstraßen und Schotterpisten. Mit dem GT ändert sich das – zumindest ein Stück weit. Das fünfte Modell der inzwischen eigenständigen Marke ist kein SUV, sondern ein Gran Turismo: ein Fahrzeug für lange Strecken, mit coupéartigem Profil und erhöhter Bodenfreiheit. Wer das noch als Crossover einordnen möchte, liegt nicht ganz falsch – aber Range Rover versteht das Auto als eigenständige Kategorie.
Nicht sportlich, sondern souverän
Was den GT von einem Sportwagen unterscheidet, macht Range-Rover-Chef Martin Limpert deutlich: Mühelose Elektro-Performance, Langstreckenkomfort und Geländefähigkeit sollen zusammenkommen – eine Kombination, die typisch für die Marke sei. Das klingt nach einem Auto, das nicht Sprint-Zeiten sammelt, sondern Kilometer frisst. Gran Turismo eben, nicht Supersportwagen.
Klares Design, filigrane Details
Optisch geht der GT eigene Wege. Die Front zeigt schmale, schlitzartige Scheinwerfer, flankiert von vertikalen Lufteinlässen und aktiven Klappen im unteren Bereich. Von der Seite dominiert das coupéartige Heck, das keinen besonders großen Kofferraum erwarten lässt. Die Türgriffe sind versenkt und dürften elektrisch ausfahren. Hinten setzen ebenso fein gezeichnete Rückleuchten wie vorn einen eleganten Abschluss.
EMA-Plattform, vermutlich 800 Volt
Technisch basiert der GT auf der Electric Modular Architecture, kurz EMA – jener Plattform, auf der auch der kommende elektrische Velar aufbauen soll. Die größeren Range-Rover-Modelle verwenden eine andere Architektur. Konkrete Antriebsdaten nennt der Hersteller noch nicht, aber die Parallelen zum Velar Electric legen nahe, was zu erwarten ist: Allradantriebe mit rund 331 beziehungsweise 404 kW, gekoppelt an eine 119-kWh-Batterie mit 800-Volt-Technologie. Zum Marktstart soll der GT rein elektrisch angeboten werden, eine Vollhybrid-Variante könnte zu einem späteren Zeitpunkt folgen – was für Range Rover eine Premiere wäre. Gebaut wird das Fahrzeug im britischen Werk Halewood.
Innenraum: Textil statt Leder
Im Interieur setzt Range Rover auf maximale Reduktion. Ein großes Querformat-Touchscreen und ein hoch positioniertes Instrumentendisplay, das sich auf das Wesentliche beschränkt, dominieren das Cockpit. Fahrmodi werden über einen Lenkstockhebel gewählt, die Lüftungsdüsen verschwinden hinter der Oberfläche. Ungewöhnlich: Die Instrumententafel trägt einen textilen Bezug statt des erwartbaren Leders oder Kunstleders – ein gestalterischer Akzept, der aus der Masse heraussticht.
Premiere noch 2026
Die Prototypen absolvieren derzeit ihre Testprogramme unter Tarnung. Die offizielle Weltpremiere ist noch für 2026 geplant, weitere technische Details sollen dann folgen. Ob der GT termingerecht erscheint, bleibt abzuwarten – der Konzern hat in der jüngeren Vergangenheit mit Verzögerungen bei Elektromodellen zu kämpfen gehabt. Bis die Bestellbücher offen sind, bleibt der Gran Turismo ein vielversprechendes Versprechen.
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