
BMW bestätigt: Elektrischer M3 startet 2027 – mit vier Motoren und neuer Architektur
BMW konkretisiert die Zukunft seiner Mittelklasse-Ikone.
BMW bestätigt: Elektrischer M3 startet 2027 – mit vier Motoren und neuer Architektur
BMW konkretisiert die Zukunft seiner Mittelklasse-Ikone. Während 2026 zunächst der neue BMW i3 auf Basis der „Neuen Klasse“ debütiert und der klassische 3er mit Verbrennungsmotor ein optisches Update erhält, folgt ein Jahr später ein Meilenstein für die Performance-Marke: 2027 kommt der erste vollelektrische BMW M3.
Nach Angaben von Frank van Meel, Geschäftsführer der BMW M GmbH, soll die kommende Generation neue Maßstäbe im High-Performance-Segment setzen. Die Technik der Neuen Klasse bilde die Grundlage für ein weiterentwickeltes M-Fahrerlebnis, das gleichermaßen auf der Rennstrecke wie im Alltag überzeugen soll.
Neue M-DNA für das Elektrozeitalter
Der elektrische M3 versteht sich nicht als Bruch mit der Tradition, sondern als Weiterentwicklung der bekannten BMW-M-DNA. Im Fokus stehen eine praxistaugliche Reichweite, hohe Ladeleistungen dank 800-Volt-System, eine besonders effiziente Energierückgewinnung sowie neue Möglichkeiten bei Fahrdynamik und Fahrsicherheit. Verantwortlich dafür ist eine neu konzipierte Fahrzeugarchitektur mit zentral gesteuertem Einzelradantrieb, die deutlich feinere Eingriffe in die Fahrregelung erlaubt.
Herzstück dieser Architektur ist das neue elektronische Rückgrat der Neuen Klasse. Vier leistungsstarke Hochleistungsrechner – intern als „Superbrains“ bezeichnet – übernehmen die Steuerung von Fahrdynamik, automatisiertem Fahren, Infotainment sowie Komfort- und Basisfunktionen. Der für die Fahrdynamik zuständige Rechner trägt den Namen „Heart of Joy“. Durch den beschleunigten Datenaustausch steigt nicht nur die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems, auch Software-Updates und funktionale Erweiterungen lassen sich über den gesamten Lebenszyklus schneller realisieren.
Vier Motoren, maximale Kontrolle
Im Mittelpunkt des Antriebskonzepts steht der neu entwickelte BMW M eDrive auf Basis der Gen6-Technologie. Jedes Rad wird von einem eigenen Elektromotor angetrieben. Gesteuert durch die M-spezifische Software BMW M Dynamic Performance Control, die direkt im Heart of Joy integriert ist, soll das System neue Maßstäbe bei Traktion, Stabilität und Ansprechverhalten setzen. BMW spricht von besonders hohen Rekuperationsleistungen und einer extrem präzisen Regelung bis an den fahrdynamischen Grenzbereich.
Alle vollelektrischen M-Modelle setzen künftig auf zwei elektrische Antriebseinheiten pro Achse, jeweils mit einem Motor pro Rad. Damit kombiniert das System die Vorteile von Heck- und Allradantrieb und steigert sowohl im Straßenverkehr als auch auf der Rennstrecke die fahrdynamischen Reserven.
Ein besonderes Detail: Die Vorderachse lässt sich vollständig entkoppeln. Das ermöglicht einen klassisch ausgelegten Heckantrieb, wie ihn viele M-Fans schätzen, und erhöht zugleich die Effizienz bei konstanten Fahrten, etwa auf der Autobahn. Ergänzt wird das Fahrerlebnis durch spezielle Fahrmodi, simulierte Schaltvorgänge und eine eigens entwickelte akustische Inszenierung.
Leistungsstärkster M-Antrieb aller Zeiten
Die elektrischen Antriebseinheiten zeichnen sich durch eine besonders hohe Leistungsdichte aus und gelten als die stärksten Serienantriebe, die BMW M bislang eingesetzt hat. Innerhalb der Module sind die Elektromotoren parallel angeordnet und übertragen ihre Kraft jeweils über ein eigenes Getriebe auf das Rad. Inverter und Ölversorgung sind vollständig integriert.
Durch die radindividuelle Steuerung von Drehmoment und Leistung lassen sich Traktion und Fahrstabilität äußerst fein abstimmen. Auch die Verzahnung von Rekuperation, Elektromotoren und Bremsanlage erfolgt bis in den Grenzbereich hinein. Das Resultat soll ein Fahrerlebnis sein, das es in dieser Form bislang bei BMW M nicht gegeben hat.
Neuer Hochvoltspeicher für extreme Anforderungen
Auch der Hochvoltspeicher wurde speziell für die Anforderungen elektrischer Hochleistungsfahrzeuge entwickelt. Mit über 100 kWh nutzbarer Energie ist er auf hohe Spitzenleistungen und kurze Ladezeiten ausgelegt. Zum Einsatz kommt eine leistungsoptimierte Variante der Gen6-Rundzelle, entwickelt nach dem Prinzip „Design to Power“.
Kühlsystem und Batterie-Management wurden entsprechend angepasst. Der sogenannte Energy Master fungiert als zentrale Steuereinheit der Batterie und ist außerhalb des Speichers positioniert. In Verbindung mit M-spezifischen Lösungen ermöglicht das System besonders hohe Lade- und Rekuperationsleistungen innerhalb der BMW-M-Modellpalette.
Das Batteriegehäuse übernimmt zudem eine tragende Funktion im Fahrzeug. Es ist fest mit Vorder- und Hinterachse verbunden und steigert so die Gesamtsteifigkeit der Karosserie – ein Faktor, der sich unmittelbar positiv auf Präzision und Fahrdynamik auswirkt.
Leichtbau mit neuen Materialien
Neben der Antriebstechnik setzt BMW M auch beim Thema Leichtbau neue Akzente. Erstmals kommen in den vollelektrischen High-Performance-Modellen Naturfaser-Komponenten zum Einsatz. Diese bieten vergleichbare Eigenschaften wie Carbonfaser, verursachen in der Herstellung jedoch rund 40 Prozent weniger CO₂e-Emissionen.
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