
Hyundai Ioniq 3: Kleiner Name, große Ambitionen
Mit dem Ioniq 3 füllt Hyundai die letzte große Lücke in seiner Elektropalette – und zeigt in Mailand, dass Kleinwagen nicht klein denken müssen.
Mailand ist eigentlich die Bühne der Designer, nicht der Autobauer. Dass Hyundai den Ioniq 3 ausgerechnet auf der dortigen Designwoche enthüllt hat, ist kein Zufall. Der Koreaner will zeigen: Auch ein Kleinwagen kann Haltung haben.
Weder Maus noch Limousine
Mit 4,16 Metern Länge und 1,51 Metern Höhe hängt der Ioniq 3 zwischen den klassischen Segmentgrenzen. Zu groß für einen reinrassigen Kleinwagen, zu kompakt für die Kompaktklasse – eine Positionierung, die im aktuellen Marktumfeld funktioniert, wie Renault mit dem neuen R4 oder Ford mit dem Puma Gen-E gerade beweisen.
Die Karosserie ist als Fließheck ausgeführt und trägt die typische Hyundai-Formensprache weiter: kantige Proportionen, die charakteristische Pixel-Lichtsignatur an der Front. Auffälliger als das Design ist der Luftwiderstandsbeiwert von 0,263 – für ein Fahrzeug dieser Klasse ein starker Wert, der direkt in die Reichweitenrechnung einzahlt.
Neues Cockpit, mehr Platz
Im Innenraum bricht Hyundai mit der bisherigen Doppelbildschirm-Optik, die sich durch die Ioniq-Baureihe zieht. Das neue System heißt „Pleos-Connect“ und besteht aus einem kompakten Instrumentendisplay direkt an der Windschutzscheibe sowie einem zentralen Touchscreen, der je nach Ausstattung bis zu 14,6 Zoll misst.
Beim Platzangebot hilft die weit nach hinten gezogene Dachlinie. 322 Liter Kofferraumvolumen sind für die Klasse solide, dazu kommt eine sogenannte Megabox unter dem Ladeboden mit weiteren 119 Litern. Sitzheizung und -belüftung vorn, ein Bose-Soundsystem und Ambientebeleuchtung sind optional erhältlich.
Zwei Versionen, ein klarer Favorit
Technisch baut der Ioniq 3 auf der 400-Volt-Variante der konzerneigenen E-GMP-Plattform auf. Akku und Antrieb teilt er sich mit dem Kia EV2. Zur Wahl stehen zwei Varianten: Die Basisversion leistet 108 kW (147 PS) und kommt nach WLTP auf 344 Kilometer. Die größere Batterie bringt 100 kW (136 PS) – aber dafür bis zu 496 Kilometer Reichweite.
An einer Schnellladesäule sind 10 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten möglich. Plug & Charge, bidirektionales Laden (V2L) und ein Elektro-Routenplaner sind serienmäßig dabei, dazu Autobahnassistent und ferngesteuertes Einparken.
Produktion in der Türkei, Preise noch offen
Entwickelt in Europa, gebaut in der Türkei – das ist bei Hyundai mittlerweile eine bekannte Formel. Einen genauen Marktstart gibt es noch nicht. Realistisch erscheint ein Einstieg um die 30.000 Euro, die Langstreckenversion dürfte rund 5.000 Euro mehr kosten.
Damit trifft der Ioniq 3 direkt auf Renault 4, Ford Puma Gen-E und VW ID.3 Neo. Wer sich in diesem Umfeld behaupten will, braucht mehr als ein gutes Datenblatt. Ob der Ioniq 3 das liefert, entscheidet sich spätestens bei den ersten Probefahrten.
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