
Mercedes schickt die V-Klasse ins nächste Jahrhundert!
Über 700 Kilometer Reichweite, 15 Minuten laden für 355 Kilometer, ein 31-Zoll-Kino im Dachhimmel – der VLE ist kein Transporter mehr.
Mercedes schickt die V-Klasse ins nächste Jahrhundert
Über 700 Kilometer Reichweite, 15 Minuten laden für 355 Kilometer, ein 31-Zoll-Kino im Dachhimmel – der VLE ist kein Transporter mehr. Er ist eine Ansage.
Die V-Klasse hatte immer ein Image-Problem. Zu groß für die Stadt, zu bieder für die Businesslounge, zu praktisch für Leute, die Praktisches nicht zugeben wollen. Mit dem VLE räumt Mercedes nun auf – nicht mit dem Fahrzeug, sondern mit dem Vorurteil.
Der neue Elektro-Van basiert auf einer 800-Volt-Architektur, läuft auf dem hauseigenen Betriebssystem MB.OS und soll laut Hersteller über 700 Kilometer nach WLTP-Standard weit kommen. Zum Vergleich: Das ist mehr, als viele Limousinen schaffen, die das Doppelte kosten. Den cW-Wert von 0,25 würden manche Sportwagen unterschreiben.
Was unter der Haube passiert
Der Antrieb arbeitet mit einer Effizienz von 93 Prozent – gemessen von der Batterie bis ans Rad, also dort, wo es zählt. In der Basisversion sitzt ein permanentmagneterregter Synchronmotor an der Vorderachse. Wer Allrad wählt, bekommt einen zweiten Motor hinten, der sich bei Bedarf über eine Trenneinheit vollständig abkoppeln lässt. Schleppverluste werden dabei um bis zu 90 Prozent reduziert – ein technischer Kniff, der auf der Langstrecke den Unterschied zwischen 650 und 700 Kilometern ausmachen kann.
Die 115-kWh-Batterie lädt an Stationen mit über 300 kW in 15 Minuten für 355 Kilometer nach. Bidirektionales Laden ist serienmäßig vorbereitet – der VLE kann also auch Strom abgeben, nicht nur aufnehmen.
Fahren, ohne viel nachzudenken
Das AIRMATIC-Luftfederungssystem greift erstmals auf Google-Maps-Daten zurück: Bevor die Autobahn einer Landstraße weicht, senkt das Fahrzeug vorausschauend seine Karosserie, um den Luftwiderstand zu optimieren. Eine Car-to-X-Funktion justiert die Dämpfung, bevor Bodenwellen überhaupt erreicht werden. Klingt nach Spielerei, ist es aber nicht – auf langen Strecken summieren sich solche Eingriffe zu spürbar weniger Verbrauch und spürbar mehr Komfort.
Die optionale Hinterachslenkung lenkt bei niedrigem Tempo gegensinnig zu den Vorderrädern – der Wendekreis schrumpft dadurch um zwei volle Meter auf 10,9 Meter. Für ein Fahrzeug dieser Größe ist das bemerkenswert. Wer schon mal einen langen Van in eine enge Tiefgarage gezwungen hat, weiß, warum.
Ein Wohnzimmer, das fährt
Innen wartet der VLE mit dem, was Mercedes gerade in allen Fahrzeugen ausrollt – aber in seiner konsequentesten Form. Der optionale MBUX Superscreen verbindet drei Displays unter einer gemeinsamen Glasfläche: 10,25 Zoll für das Cockpit, zweimal 14 Zoll für Fahrer und Beifahrer. Die Oberfläche basiert auf der Unity-Game-Engine, das Zero-Layer-Konzept reduziert die Menüstruktur auf das Wesentliche.
Für die Fondpassagiere klappt ein 31,3-Zoll-Panoramabildschirm mit 8K-Auflösung aus dem Dachhimmel. Disney+, Microsoft Teams, Zoom – über 40 Drittanbieter-Apps lassen sich installieren. Wer also auf dem Weg zum Flughafen noch ein Meeting abhält, muss dafür nicht mehr das Telefon in die Hand nehmen.
Der neue MBUX Virtual Assistant versteht natürliche Sprache, beantwortet komplexe Fragen und erscheint als animierter Avatar auf dem Display – eine Entwicklung, die man vor fünf Jahren noch für Science-Fiction gehalten hätte und die heute schlicht zur Serienausstattung gehört.
Wann genau der VLE kommt und was er kostet, hat Mercedes noch nicht kommuniziert. Was er kann, schon.
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