
Rolls-Royce: Ausblick auf 2026
Phantom-Jubiläum statt Modelloffensive!
Rolls-Royce: Ausblick auf 2026
Phantom-Jubiläum statt Modelloffensive
Rolls-Royce Motor Cars schlägt 2026 leisere Töne an. Nach einem produktreichen Vorjahr mit umfangreichen Modellpflegen für Cullinan und Ghost verzichtet die Marke aus Goodwood vorerst auf neue Baureihen. Stattdessen rückt ein besonderes Jubiläum in den Mittelpunkt: 100 Jahre Rolls-Royce Phantom. Passend dazu beginnt in diesem Jahr die Auslieferung einer streng limitierten Sonderedition, die den historischen Stellenwert des Modells würdigt.
Abseits dieser Ankündigung bleibt es bei Rolls-Royce wie gewohnt offen für individuelle Einzelstücke und Sonderanfertigungen aus der Bespoke-Abteilung – allerdings ohne offiziell angekündigte Serienneuheiten.
Phantom Centenary Private Collection
Das Herzstück des Modelljahres 2026 ist die Phantom Centenary Private Collection, eine auf lediglich 25 Fahrzeuge limitierte Edition. Sie entstand vollständig innerhalb der Bespoke-Abteilung und zählt zu den aufwendigsten Projekten, die Rolls-Royce bislang realisiert hat.
Ziel war es, die Geschichte des Phantom nicht nur zu zitieren, sondern gestalterisch neu zu interpretieren. Grundlage dafür bilden 77 handgezeichnete Motive, die mithilfe traditioneller Handwerkskunst und edelster Materialien ins Fahrzeug integriert wurden. Gold spielt dabei eine zentrale Rolle – sowohl außen als auch im Innenraum.
Optisch orientiert sich die Sonderedition an der Eleganz der 1930er-Jahre. Die zweifarbige Lackierung in Super Champagne Crystal auf Arctic White und Black greift den Stil klassischer Film- und Gesellschaftswagen dieser Epoche auf.
Goldene Details mit Symbolkraft
Die Spirit of Ecstasy besteht bei der Centenary Collection aus massivem 24-Karat-Gold, ergänzt durch weißen Emaillelack und eine spezielle Jubiläumskennzeichnung. Auch die doppelten „RR“-Embleme sind entsprechend ausgeführt. Selbst die Räder tragen symbolische Details: Jede Felge ist mit 25 konzentrischen Linien graviert – vier Räder, zusammen 100 Linien, als subtiler Verweis auf das Jubiläum.
Innenraum als Geschichtenerzähler
Der Innenraum ist als kuratierte Reise durch die Phantom-Historie angelegt. Im Fond, inspiriert von einem Phantom aus dem Jahr 1926, entfaltet sich die Modellgeschichte in mehreren Ebenen aus Illustrationen, historischen Bildmotiven und Stickereien. Sieben legendären Phantom-Besitzern ist dabei jeweils ein Abschnitt gewidmet.
Allein dieser Bereich umfasst mehr als 160.000 Stickstiche auf 45 einzelnen Paneelen. Im vorderen Bereich setzt Rolls-Royce auf lasergraviertes Leder mit Symbolen aus der Markengeschichte. Blickfang der Armaturentafel ist die sogenannte Anthology Gallery – eine Skulptur aus 50 additiv gefertigten Aluminiumkomponenten.
Die Blackwood-Holzverkleidungen der Türen sind mit historischen Karten und Reiserouten versehen, ausgeführt in 24-Karat-Blattgold. Sie verweisen auf zentrale Stationen im Leben von Henry Royce und auf bedeutende Kapitel der Phantom-Geschichte. Den Abschluss bildet ein besonders aufwendiger Starlight Headliner mit mehr als 440.000 Stickstichen.
Bewährte Technik, kein Experiment
Antriebseitig bleibt Rolls-Royce seiner Linie treu. Der Phantom Centenary Private Collection nutzt den bekannten 6,75-Liter-V12-Biturbo mit 571 PS und 900 Nm Drehmoment. Auch hier findet sich das Jubiläumsthema wieder – etwa in Form einer Motorabdeckung mit Golddekor.
Einen offiziellen Preis nennt der Hersteller nicht. Angesichts des enormen handwerklichen Aufwands und der extremen Limitierung dürfte die Sonderedition jedoch deutlich oberhalb der rund 500.000 Euro liegen, die für einen Phantom in der regulären Ausführung aufgerufen werden.
Kontinuität als Luxusversprechen
Mit dem Modelljahr 2026 setzt Rolls-Royce weniger auf Neuerfindung als auf Verfeinerung und historische Verankerung. Die Centenary Private Collection ist kein Auto für die breite Öffentlichkeit, sondern ein rollendes Sammlerstück – und ein Statement dafür, dass wahre Exklusivität bei Rolls-Royce weiterhin aus Zeit, Handwerk und Geschichte entsteht.
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