
Sechs Sekunden Abstand zur Serienware!
Sechs Sekunden Abstand zur Serienware: Manthey schärft den 911 GT3 nach
Sechs Sekunden Abstand zur Serienware: Manthey schärft den 911 GT3 nach
Für knapp 50.000 Euro macht der Traditionsveredler aus dem neuen 992.2 ein noch härteres Werkzeug – mit Nordschleifenzeit als Beweis.
Es gibt Probleme, die man sich erst leisten können muss. Eines davon: Ein serienmäßiger Porsche 911 GT3 ist einem nicht schnell genug. Manthey Racing kennt diese Zielgruppe gut – und hat ihr pünktlich zur Nordschleifensaison ein neues Performance-Kit für den aktuellen 992.2 geschneidert.
Dass dahinter mehr steckt als Marketingversprechen, belegt eine Zahl: 6:52,981 Minuten. So lange brauchte DTM-Champion Ayhancan Güven für die 20,8 Kilometer der Nürburgring-Nordschleife mit dem aufgerüsteten GT3. Zum Vergleich: Werksfahrer Jörg Bergmeister umrundete denselben Kurs im serienmäßigen 992.2 in 6:56,294 – also gut dreieinhalb Sekunden langsamer. Gegenüber dem Vorgängerkit für den 992.1 sind es sogar knapp drei Sekunden Verbesserung, obwohl die Bedingungen laut Manthey an jenem Tag nicht einmal ideal waren.
Abtrieb, Fahrwerk, Bremse – alles neu gedacht
Der größte Hebel liegt in der Aerodynamik. Bei 285 km/h erzeugt das Paket 540 Kilogramm Abtrieb – erreicht durch einen neuen Carbon-Heckflügel mit Gurney-Flap, einen vergrößerten Diffusor aus dem GT3 RS und spezielle Carbon-Aerodiscs an den Hinterrädern. Dazu kommt ein weitgehend verkleideter Unterboden mit 150 Zentimeter langen Luftleitelementen. Optik ist das keine – jede dieser Maßnahmen hat eine messbare Auswirkung auf das, was der Fahrer am Lenkrad spürt.
Das Fahrwerk stammt aus Aluminium, ist vierfach einstellbar und lässt sich werkzeuglos auf Zug- und Druckstufe abstimmen. Für Vorder- und Hinterachse wurden die Federraten gezielt asymmetrisch ausgelegt: plus 20 Prozent vorne, minus 7 Prozent hinten. Wer das Kit auf der Rennstrecke wirklich ausreizen will, kann es mit optionalen Rennbremsbelägen kombinieren; stahlummantelte Bremsleitungen sollen das Pedalgefühl direkter machen.
Der Preis hat zwei Seiten
Knapp 50.000 Euro kostet das Kit – eine Summe, für die man anderswo einen neuen Golf R bekommt, und dann noch etwas herauswechselt. Dafür gibt es bei Manthey kein Menü, aus dem man sich einzelne Teile heraussuchen kann: Alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt und dürfen nur im Verbund verbaut werden. Was im ersten Moment wie eine Einschränkung klingt, hat seinen Grund – und einen nicht unwesentlichen Vorteil: Die Werksgarantie von Porsche bleibt unangetastet.
Wer also morgens auf den Nordschleifenparkplatz fährt und abends ein etwas anderes Auto nach Hause bringen möchte, weiß jetzt, wo er anrufen kann.
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