
2026 · MG
Cyberster
Ab € 61.840
Technische Daten
- Motor
- Elektromotor
- Leistung
- 502 PS
- Drehmoment
- 725 Nm
- Getriebe
- Automatik
- Antrieb
- Allradantrieb
- 0–100 km/h
- 3,2 s
- Höchstgeschw.
- 200 km/h
- Verbrauch
- 23,4 kWh
drivereport SCORE
Unser objektives 5-Säulen-Bewertungssystem
Gesamt-Bewertung
Fahren
25% Gewichtung
9,0
von 10
Alltag
25% Gewichtung
7,5
von 10
Technik
20% Gewichtung
8,2
von 10
Wert
20% Gewichtung
9,0
von 10
Charakter
10% Gewichtung
7,8
von 10
Der drivereport SCORE basiert auf unserem objektiven 5-Säulen-System. Erfahren Sie mehr über den drivereport SCORE.
Vorteile
- hochwertige Verarbeitung
- Alltagstauglich
- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile
- langsame Ladeleistung
- gewöhnungsbedürftiges Infotainment
Einleitung
Manche Autos füllen eine Nische, andere erschaffen sie sich selbst. Der MG Cyberster GT ist so ein Fall. Als elektrischer Roadster mit Cabriodach steht er nahezu konkurrenzlos da – wer ein offenes Elektroauto sucht, das wirklich Emotionen transportiert, wird kaum an ihm vorbeikommen. Mit 68.620 Euro ist er kein Sonderangebot, aber ein ehrliches Statement. 502 PS, 725 Nm und 3,2 Sekunden auf Tempo 100 sind keine Marketingzahlen, sondern erfahrbare Realität. Dass sich MG getraut hat, ein solches Fahrzeug auf den Markt zu bringen, verdient Respekt. Der Test zeigt: ein Fahrzeug mit klarer Persönlichkeit, das weiß, was es ist – und was es nicht sein will.
Design und Verarbeitung
Der Cyberster braucht keine Einleitung, wenn er auf einen Parkplatz rollt. Die Proportionen sind klassisch-roadsterartig, die Linienführung selbstbewusst, und dann sind da noch die Scherentüren. Sie sind kein billiger Blickfang, sondern das Herzstück des Auftritts – und durch integrierte Sensoren, die beim Öffnen vor Kollisionen mit Hindernissen warnen, überraschend alltagstauglich. Was von außen inszeniert wirkt, erweist sich in der Praxis als durchdacht. Im Innenraum setzt sich der positive Eindruck fort. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, die Materialien durchgehend hochwertig – weiches Leder, sauber verarbeitete Oberflächen, nichts knarrt, nichts sitzt lose. Für eine Marke, die lange mit dem Image des günstigen Einsteigerangebots assoziiert wurde, ist das ein deutliches Zeichen in die richtige Richtung. Der Cyberster GT fühlt sich an wie ein Fahrzeug, das seinen Preis rechtfertigen will – und es weitgehend schafft.
Innenraum
Das Cockpit des Cyberster ist auf den Fahrer ausgerichtet. Die Rundinstrumente, das eng anliegende Lenkrad, das niedrige Sitzniveau – alles kommuniziert: Du bist hier nicht Passagier, du bist Fahrer. Das funktioniert gut, hat aber naturgemäß seinen Preis: Ein Roadster ist kein Raumwunder, und das gilt auch hier. Einen Frunk gibt es nicht, was bei dieser Fahrzeugklasse keine Überraschung ist. Positiv überrascht hingegen der Kofferraum – er fällt für einen zweitürigen Roadster überraschend groß aus und macht das Fahrzeug alltagstauglicher als erwartet. Das Infotainmentsystem ist modern und umfangreich ausgestattet, Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord. Allerdings erfordert die Bedienung eine gewisse Eingewöhnungszeit – wer von einem intuitiv bedienbaren System kommt, wird sich anfangs zurechtfinden müssen. Kein gravierender Fehler, aber ein Punkt, den man vor dem Kauf kennen sollte.
Antrieb und Fahrverhalten
Hier liegt der Kern des Fahrzeugs – und er enttäuscht nicht. Die 502 PS und 725 Nm liegen an den Rädern an, und das spürt man. Das Ansprechverhalten ist unmittelbar, der Schub linear und enorm. Wer einmal die Launch Control aktiviert und das Fahrzeug aus dem Stand beschleunigt, versteht sofort, worum es hier geht: Der Punch ist nicht nur schnell, er ist physisch beeindruckend. 3,2 Sekunden auf 100 km/h sind eine Zahl – das Erlebnis dahinter ist eine andere Kategorie. Gleichzeitig ist der Cyberster GT kein reines Dragster-Werkzeug. Das Fahrwerk trifft eine bemerkenswert gute Balance: Es federt nicht zu hart für den Alltag, bleibt aber klar sportlich abgestimmt. Weder weich noch unbequem – der Abstimmungsaufwand, der dahintersteckt, ist spürbar. Die Lenkung gibt ausreichend Rückmeldung für ein engagiertes Fahrerlebnis, ohne zu nervös zu wirken. Wer dieses Auto kauft, um Kurven zu genießen, wird belohnt. Wer es täglich fährt, wird nicht bestraft.
Assistenz und Sicherheit
Das Fahrzeug zeigt sich auf aktuellem Stand. Die Assistenzsysteme arbeiten zuverlässig und ohne übermäßige Fehlalarme. Besonders hervorzuheben sind die bereits erwähnten Sensoren an den Scherentüren, die beim Öffnen auf Hindernisse im Nahbereich hinweisen – eine clevere Lösung, die das ikonische Design mit echter Alltagspraktikabilität verbindet. Spurhalteassistent und Kollisionswarner ergänzen das Paket solide.
Effizienz
Der Cyberster GT ist kein Reichweitenmonster – und das ist kein Vorwurf, sondern eine ehrliche Einschätzung seines Charakters. Wer dieses Fahrzeug kauft, kauft keine Langstreckenmaschine, sondern einen elektrischen Roadster für Momente, die man erlebt. Im Alltag – Pendeln, Wochenendausfahrten, gelegentliche längere Strecken – ist die Reichweite ausreichend. Für Vielfahrer, die täglich mehrere Hundert Kilometer zurücklegen, ist der Cyberster GT jedoch nicht der erste Griff ins Regal. Ein spürbarer Schwachpunkt bleibt das Thema Laden. Sowohl die maximale Ladeleistung als auch die Zeit, die der Cyberster GT für den praxisrelevanten Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent benötigt, sind nicht mehr auf der Höhe der Zeit. In einem Segment, in dem Konkurrenten längst deutlich schnellere Ladezeiten vorweisen, fällt das auf – besonders dann, wenn man das Fahrzeug gelegentlich auf längeren Strecken mit Schnellladestopp einsetzen möchte. Wer ausschließlich zu Hause lädt und das Auto so nutzt, wie es gedacht ist, wird damit gut leben können. Wer hingegen häufig auf Schnelllader angewiesen ist, sollte diesen Punkt vor dem Kauf einkalkulieren. Wer den Cyberster GT für das nutzt, wofür er gebaut wurde – spritzige Ausfahrten, emotionales Fahren, urbane Präsenz – wird mit der Effizienz insgesamt keine großen Probleme haben. Der Verbrauch bewegt sich auf dem Niveau, das bei dieser Leistungsdichte zu erwarten ist.
Fazit
Der MG Cyberster GT kostet 68.620 Euro und liefert dafür ein Fahrzeug, das in seiner Nische nahezu ohne direkten Wettbewerb dasteht. Als elektrisches Cabrio mit echten Roadster-Genen gibt es schlicht kaum Alternativen – wer ein offenes Elektroauto sucht, das Emotionen vermittelt, kommt an ihm kaum vorbei. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stimmig: Hochwertige Verarbeitung, beeindruckende Fahrleistungen, ein ikonisches Design mit Scherentüren und ein für die Klasse überraschend nutzbarer Kofferraum sprechen für das Fahrzeug. Die begrenzte Reichweite und die Eingewöhnungszeit beim Infotainment sind echte Punkte, keine Kleinigkeiten – aber sie relativieren sich, wenn man versteht, was dieses Auto sein will. Dass MG sich traut, ein solches Fahrzeug zu bauen, ist allein schon eine Ansage. Dass es dabei so überzeugend ausgefallen ist, macht den Cyberster GT zu einem der interessantesten Elektroautos auf dem Markt – nicht trotz seiner Nische, sondern genau wegen ihr.
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