drivereport
Mitsubishi Outlander
8,1/ 10SUVPlug-in Hybrid

2026 · Mitsubishi

Outlander

Ab € 37.990

← Alle Testberichte

Technische Daten

Motor
2,4 Liter Vierzylinder + EM
Leistung
306 PS
Drehmoment
450 Nm
Getriebe
1-Stufen-Direktantrieb
Antrieb
Allradantrieb
0–100 km/h
7,9 s
Höchstgeschw.
170 km/h
Verbrauch
5,7 l / 100km

drivereport SCORE

Unser objektives 5-Säulen-Bewertungssystem

0,0/ 10

Gesamt-Bewertung

Fahren

25% Gewichtung

8,2

von 10

Alltag

25% Gewichtung

8,3

von 10

Technik

20% Gewichtung

8,1

von 10

$

Wert

20% Gewichtung

7,9

von 10

Charakter

10% Gewichtung

7,4

von 10

Der drivereport SCORE basiert auf unserem objektiven 5-Säulen-System. Erfahren Sie mehr über den drivereport SCORE.

Vorteile

  • Außergewöhnlich komfortables Fahrwerk
  • Vollwertiger Allradantrieb serienmäßig
  • Großzügiges Raumangebot

Nachteile

  • CHAdeMO statt CCS
  • AC-Ladegeschwindigkeit nur 3,7 kW

Einleitung

Es gibt Autos, die beim ersten Einsteigen sofort alles richtig machen — und dann gibt es den Mitsubishi Outlander Intense PHEV. Ein Fahrzeug, das höflich, aber bestimmt mit einigen Vorurteilen gegenüber der Marke aufräumt. Mit 306 PS, einem seriösen Raumangebot und einem Innenraum, der deutlich mehr Premiumanspruch ausstrahlt als man von Mitsubishi gemeinhin erwarten würde, positioniert sich der Outlander als echter Geheimtipp im hart umkämpften PHEV-SUV-Segment. Zu einem Preis von € 44.590 in der Ausstattungsvariante Intense bietet er auf dem ersten Blick viel Gegenwert — und hält dieses Versprechen im Alltag größtenteils ein.

Design und Verarbeitung

Der Outlander in der Intense-Ausstattung gibt sich äußerlich selbstbewusst und geradlinig — kein Fahrzeug, das mit Designexperimenten polarisiert, aber eines, das mit solider Präsenz überzeugt. Die klare Linienführung, die ausgeprägten Schulterlinien und die markante Frontpartie verleihen ihm eine bodenständige Seriosität, die gut zum Gesamtcharakter des Fahrzeugs passt.

Beim Einsteigen entfaltet sich dann die eigentliche Überraschung: Die Verarbeitungsqualität im Innenraum übertrifft die Erwartungen deutlich. Wer Mitsubishi bislang eher im soliden Mittelfeld verortet hat, wird hier umdenken müssen. Weiche Oberflächen, sauber verarbeitete Nähte, kein Knarzen, kein Wackeln — das Cockpit hinterlässt einen Eindruck, der sonst eher in der Preisklasse darüber zu finden ist. Das ist nicht selbstverständlich und verdient ausdrückliches Lob.

Innenraum

Der Innenraum des Outlander Intense ist großzügig dimensioniert. Das Raumangebot für alle fünf Passagiere ist gut, der Kofferraum praktisch und alltagstauglich. Die Sitze bieten ausreichend Seitenhalt und sind auch auf längeren Fahrten bequem. Optisch und haptisch bleibt die bereits erwähnte Qualität im gesamten Innenraum konsistent — von den Türverkleidungen bis zur Mittelkonsole stimmt das Gesamtbild.

Das Infotainmentsystem arbeitet solide und ist übersichtlich strukturiert. Apple CarPlay und Android Auto sind selbstverständlich an Bord. Die Bedienung geht gut von der Hand und erfordert keine besondere Eingewöhnungszeit. Das Fahrerdisplay liefert alle relevanten Informationen klar und lesbar. Besonders angenehm: Das Soundsystem liegt für diese Fahrzeugklasse auf einem sehr guten Niveau und macht Langstreckenfahrten zu einem echten Hörgenuss.

Antrieb und Fahrverhalten

306 PS auf dem Papier — und die sind im Alltag tatsächlich präsent. Der Outlander Intense PHEV vereint einen 2,4-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren auf Vorder- und Hinterachse, was dem Fahrzeug auch einen vollwertigen Allradantrieb beschert. Das Zusammenspiel dieser drei Aggregate funktioniert in der Praxis reibungslos: Das Fahrzeug zieht gleichmäßig und kräftig durch, ohne je den Eindruck zu vermitteln, untermotorisiert zu sein.

Das ist keine Selbstverständlichkeit im PHEV-Segment, wo viele Fahrzeuge auf dem Papier starke Systemleistungen ausweisen, im echten Fahrbetrieb aber oft zögerlich oder unharmonisch wirken. Beim Outlander stimmt die Dosierung. Das System entscheidet souverän, wann es elektrisch fährt, wann es den Verbrenner zuschaltet, und der Übergang vollzieht sich ohne spürbare Rucke.

Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt — konsequent und überzeugend. Unebenheiten werden weggebügelt, ohne dass das Fahrzeug dabei schwimmend oder unsicher wirkt. Wer ein SUV sucht, das Langstrecke und Stadtfahrten gleichermaßen entspannt absolviert, findet hier einen der besseren Vertreter in seiner Klasse.

Assistenz und Sicherheit

Der Outlander Intense präsentiert sich in diesem Bereich auf solidem, aktuellem Niveau. Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Totwinkelwarner und Rückfahrkamera arbeiten zuverlässig und ohne übertriebene Eingriffshäufigkeit. Die Systeme sind spürbar vorhanden, ohne aufdringlich zu werden — ein gutes Gleichgewicht, das den Fahreralltag tatsächlich entlastet, ohne ihn zu bevormunden.

Effizienz

Im Alltag überzeugt der Outlander PHEV mit einem bemerkenswert geringen Verbrauch — und zwar auch dann, wenn die Batterie nicht regelmäßig vollgeladen wird. Der Verbrenner arbeitet effizient genug, um selbst im Hybridbetrieb ohne externe Ladung vernünftige Verbrauchswerte zu erzielen. Wer über eine Heimlademöglichkeit verfügt, kann viele Alltagsstrecken rein elektrisch zurücklegen. Wer das nicht hat oder vergisst zu laden, wird dennoch nicht bestraft — das System gleicht das gut aus.

Das AC-Laden funktioniert über Typ 2 mit bis zu 3,7 kW — ausreichend fürs Nachladen über Nacht, aber kein Rekordwert. Die elektrische Reichweite liegt bei rund 80 km (WLTP), was für viele Pendler den täglichen Bedarf abdeckt. Das Gesamtkonzept überzeugt, der CHAdeMO-Anschluss bleibt jedoch ein Punkt, den man vor dem Kauf nüchtern bewerten sollte.

Fazit

Der Mitsubishi Outlander Intense PHEV ist ein ernstzunehmender Kandidat in seinem Segment — und ein Fahrzeug, das seine stärksten Argumente erst beim Einsteigen und Fahren entfaltet. Die Verarbeitungsqualität und der Komfort liegen spürbar über dem, was man von Mitsubishi vielleicht erwartet hätte. Der Antrieb ist souverän und alltagstauglich, der Verbrauch auch ohne regelmäßiges Laden vernünftig, das Raumangebot praktisch und der Innenraum hochwertiger als der Preis vermuten lässt.

Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Kia Sorento PHEV, dem Hyundai Tucson PHEV oder dem Mitsubishi-nahen Nissan X-Trail e-Power hält der Outlander gut mit — in puncto Verarbeitungsqualität und Fahrdynamik übertrifft er viele davon sogar. Der CHAdeMO-Ladeanschluss bleibt ein konzeptionelles Handicap, das in einer zunehmend CCS-dominierten Ladeinfrastruktur nicht zu beschönigen ist. Für Käufer mit eigenem Ladepunkt zu Hause ist das verkraftbar. Für alle anderen ist es ein Punkt, über den man nüchtern nachdenken sollte.

Insgesamt: Ein Fahrzeug mit mehr Substanz als sein Markenimage vermuten lässt — und das ist am Ende das höchste Lob, das man einem Auto geben kann.

Galerie

Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander
Mitsubishi Outlander

Weitere Testberichte